Heizungs- und Trinkwassertrennung: So planen Sie eine sichere Systemtrennung gemäß aktueller Vorschriften

Heizungs- und Trinkwassertrennung: So planen Sie eine sichere Systemtrennung gemäß aktueller Vorschriften

Warum Sie eine Systemtrennung nicht ignorieren dürfen

Stellen Sie sich vor, Ihr Trinkwasser schmeckt plötzlich nach Chemie. Nicht nach Chlor, sondern nach einem metallischen, öligen Beigeschmack. Das ist kein Horrorfilm - das ist die Realität in Häusern, wo Heizungs- und Trinkwassersysteme direkt verbunden sind. Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2011 ist das verboten. Und seit 2023 gilt noch strenger: Jede neue Installation, jede Renovierung muss eine funktionierende Systemtrennung haben. Es geht nicht um eine Empfehlung. Es geht um Gesundheit. Und um Gesetz.

Heizungswasser ist kein Trinkwasser. Es enthält Korrosionsschutzmittel, Biozide, pH-Regler - Stoffe, die in der Heizung nützlich sind, aber im Wasserglas tödlich sein können. Früher wurde einfach ein Schlauch an den Heizkreislauf angeschlossen, um die Anlage zu füllen. Heute ist das eine Straftat. Die Lösung? Ein Systemtrenner. Nicht irgendein Ventil. Ein speziell geprüftes Gerät, das zwischen zwei Welten steht: Ihrer Sicherheit und der Technik.

Wie funktioniert ein Systemtrenner wirklich?

Ein Systemtrenner ist kein einfacher Rückschlagventil. Er arbeitet nach dem Dreikammersystem: Eingang - Mitteldruckkammer - Ausgang. Die Mitteldruckkammer ist der Schlüssel. Sie ist mit der Atmosphäre verbunden. Wenn der Druck im Trinkwasser abfällt - etwa wenn jemand die Dusche aufdreht - dann wird die Kammer entleert. Luft strömt ein. Und das Heizungswasser kann nicht zurückfließen. Kein Druck, kein Rückfluss. Punkt.

Es gibt verschiedene Klassen: AA, AB, AC, AD. Für die Verbindung von Trinkwasser und Heizungsfüllanlage ist nur Klasse AA erlaubt. Das bedeutet: zwei Rückflussverhinderer hintereinander, mit einem Luftspalt dazwischen. Keine Ausnahmen. Keine Kompromisse. Wer hier spart, spielt mit der Gesundheit der Bewohner. Der Systemtrenner muss nach DIN EN 1717:2001-04 und DIN 1988-100:2012-08 installiert sein. Das sind keine Empfehlungen. Das sind gesetzliche Anforderungen.

Was gehört in eine korrekte Heizungsfülleinrichtung?

Ein Systemtrenner allein reicht nicht. Die gesamte Fülleinrichtung muss wie ein Uhrwerk funktionieren. Die Standardbaugruppe besteht aus:

  1. Systemtrenner (Klasse AA, Pflicht)
  2. Druckminderer (optional, aber empfohlen, um den Druck auf 3-4 bar zu begrenzen)
  3. Wasserzähler (für Abrechnung und Kontrolle)
  4. Wasserbehandlungseinrichtung (z. B. Entkalker, wenn nötig)

Die Anschlussleitung vom Systemtrenner zur Heizung darf maximal zwei Meter lang sein - und darf nicht mehr als 0,5 Liter Wasser enthalten. Warum? Stagnierendes Wasser wird zum Nährboden für Bakterien. Und wenn es in der Leitung steht, kann es sich mit Heizungswasser vermischen - und später beim Füllen ins Trinkwasser gelangen. Kurz halten. Keine langen Schlauchschleifen. Keine Verlängerungen „für später“.

Die Rohrleitung muss zudem 95 °C aushalten. Heizungswasser kann bis zu 90 °C heiß sein. Normale Trinkwasserleitungen aus Kupfer oder Kunststoff reichen dafür nicht. Nur spezielle Materialien mit entsprechender Temperaturbeständigkeit sind zugelassen.

Querschnitt eines Systemtrenners mit Luftkammer, die Rückfluss von Heizungswasser verhindert.

Planung ist kein Nachdenken - es ist Rechnen

Wer glaubt, er kann eine Trinkwasseranlage einfach „nach Gefühl“ planen, liegt falsch. Die hydraulische Auslegung ist eine Wissenschaft. In einem 6-Familien-Haus berechnet man den Spitzendurchfluss mit Software wie ZVPLAN. Dafür braucht man:

  • Die Anzahl der Sanitärräume
  • Die Nutzungsart (Wohnhaus, Hotel, Pflegeheim)
  • Die Gleichzeitigkeitsfaktoren (wie viele Duschen laufen gleichzeitig?)

Die Berechnung dauert maximal 30 Minuten - aber sie verhindert, dass am dritten Stock kein heißes Wasser mehr kommt. Oder dass die Pumpe ständig läuft, weil die Rohre zu dünn sind. Und das ist nur die Hälfte. Die Zirkulation ist genauso wichtig. Leitungen mit weniger als 3 Litern Inhalt dürfen nicht zirkuliert werden - solange die Ausflusszeiten unter 15 Sekunden liegen. Sonst kühlt das Wasser zu sehr ab. Und dann wachsen Legionellen.

Am Trinkwassererwärmer müssen 60 °C eingestellt sein. Das ist die einzige sichere Temperatur, um Legionellen abzutöten. Und alle Leitungen müssen wärmegedämmt sein - sonst verliert das Wasser zu viel Wärme, bevor es ankommt. Das kostet Energie. Und gefährdet die Hygiene.

Die häufigsten Fehler - und wie man sie vermeidet

Die meisten Probleme kommen nicht von schlechten Produkten. Sie kommen von schlechter Planung. Laut SHK-Berichten sind 92 % der Systemtrennungsfehler auf mangelnde Fachkenntnis zurückzuführen - nicht auf technische Defekte.

  • Falsche Klassifizierung: Jemand setzt einen AB-Trenner ein, weil er „reicht“. Falsch. Nur AA ist erlaubt.
  • Zu lange Leitungen: Ein 5-Meter-Schlauch als „Vorlauf“ - das ist ein Verstoß. Und ein Gesundheitsrisiko.
  • Falsche Montagehöhe: Der Systemtrenner muss senkrecht installiert sein. Wenn er schief steht, funktioniert die Luftkammer nicht.
  • Keine Dokumentation: Seit 2023 muss jede Installation eine „BETRIEBSANLEITUNG Trinkwasserinstallation“ führen. Wer das nicht macht, verletzt die Verordnung - auch wenn die Technik perfekt ist.

Ein SHK-Meister berichtete 2022, dass er in einem Haus den Systemtrenner nach 10 Jahren austauschte - die Gummidichtungen waren komplett porös. „Aber zum Glück hat die Sicherheitsfunktion bis dahin funktioniert.“ Das ist kein Lob. Das ist eine Warnung. Systemtrenner sind nicht wartungsfrei. Sie müssen regelmäßig geprüft werden. Und zwar von einem Fachmann.

Was Sie heute tun müssen - und wie

Wenn Sie bauen, sanieren oder modernisieren: Planen Sie die Systemtrennung von Anfang an. Nicht als Nachrüstung. Nicht als „wenn wir Zeit haben“. Sie ist Teil der Grundausstattung - wie die Stromleitung oder die Abwasserrohre.

Verwenden Sie Software wie OVplan von Oventrop oder ZVPLAN. Sie berechnen nicht nur Rohrgrößen, sondern auch Pumpenförderhöhe, Volumenströme und hydraulischen Abgleich. Wer das nicht macht, plant blind.

Wählen Sie Hersteller, die den Markt dominieren: Oventrop, Herz, Reflex. Sie liefern Produkte, die nach DIN geprüft sind und dokumentiert werden. Keine Billigimporte aus dem Online-Handel. Keine „günstigen Alternativen“.

Und lassen Sie sich von einem SHK-Fachbetrieb beraten. Nicht von einem Handwerker, der „mal was mit Heizungen gemacht hat“. Sondern von jemandem, der die Trinkwasserverordnung kennt, die DIN-Normen beherrscht und die Software nutzt. Die Kosten liegen zwischen 350 und 650 Euro inklusive Material - für ein Einfamilienhaus. Das ist der Preis für Sicherheit. Und für Rechtssicherheit.

Intelligenter Systemtrenner mit Sensoren und digitaler Überwachung in einem 3D-BIM-Modell.

Was kommt als Nächstes? Digitalisierung und Sensoren

Die Zukunft der Systemtrennung ist digital. Seit 2023 nutzen 63 % der Planungsbüros BIM - Building Information Modeling. Das bedeutet: Alle Rohrleitungen, Armaturen, Systemtrenner werden als digitale Objekte in einem 3D-Modell verknüpft. Fehler werden schon vor der Bauausführung sichtbar.

Und bald wird es Sensoren geben. Prof. Dr.-Ing. Martin Krus vom Fraunhofer IBP prognostiziert: Bis 2025 werden Systemtrenner mit integrierter Überwachungstechnik kommen. Sie melden, wenn der Luftspalt versagt, wenn Druckabfälle auftreten, wenn Dichtungen altern. Kein Warten bis zur nächsten Inspektion. Sondern Echtzeit-Überwachung.

Das ist nicht Science-Fiction. Das ist die EU-Richtlinie 2020/2184, die ab 2026 in deutsches Recht umgesetzt wird. Wer heute nicht digital plant, wird morgen nicht mehr wettbewerbsfähig sein.

Was passiert, wenn Sie nichts tun?

Wenn Sie eine bestehende Anlage ohne Systemtrennung haben: Sie verstoßen gegen die Trinkwasserverordnung. Das kann zu Bußgeldern führen. Aber das ist das Geringste. Wenn jemand krank wird - weil Heizungswasser ins Trinkwasser gelangt - dann wird es strafrechtlich relevant. Haftung. Versicherungsfragen. Schadensersatzklagen.

Und es gibt keine „Großzügigkeitsfrist“. Die Verordnung gilt seit 2011. Seit 2023 ist die Dokumentationspflicht verschärft. Es gibt keine Ausnahmen für Altbauten. Wenn Sie sanieren - müssen Sie nachrüsten. Punkt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Systemtrennung ist gesetzlich vorgeschrieben - seit 2011, verschärft 2023.
  • Nur Systemtrenner der Klasse AA sind zulässig.
  • Die Anschlussleitung darf maximal 2 Meter lang und 0,5 Liter Volumen haben.
  • Die Rohrleitung muss 95 °C Temperaturbeständigkeit aufweisen.
  • Trinkwassererwärmer müssen auf 60 °C eingestellt sein.
  • Alle Leitungen müssen wärmegedämmt sein.
  • Es muss eine BETRIEBSANLEITUNG geführt werden.
  • Planung mit ZVPLAN oder OVplan ist Pflicht - nicht Option.
  • Fachbetrieb mit SHK-Zertifizierung ist die einzige sichere Wahl.

18 Kommentare

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    Elisabeth Whyte Januar 2, 2026 AT 15:19
    Das ist ja grausam! Wer macht so was? Meine Nachbarn haben das vor 5 Jahren installiert, und jetzt hab ich Angst, dass mein Wasser auch verseucht ist!!!
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    Manfred Prokesch Januar 3, 2026 AT 01:59
    Klasse AA ist Pflicht, kein Spielzeug. Wer AB einbaut, ignoriert DIN EN 1717 und gefährdet die öffentliche Gesundheit. Das ist kein Handwerksfehler, das ist fahrlässige Körperverletzung.
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    max wagner Januar 3, 2026 AT 07:44
    wieso muss man immer so kompliziert denken? ich hab nen schlauch an die heizung gehängt und seit 20 jahren kein problem. die regeln sind nur da um uns geld abzuziehen
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    christian gómez Januar 4, 2026 AT 02:30
    Du bist ein Idiot. Wenn du das so machst, dann bist du der Grund, warum Kinder in Deutschland krank werden. Das ist kein Spiel, das ist Leben. Du solltest dich schämen.
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    Bernd Sangmeister Januar 5, 2026 AT 10:53
    hab grad nen shk angerufen der sagt er kann das nicht machen weil er keine software hat... was soll das heißen? ist das jetzt ne neue steuer? ich will nur warmes wasser nicht ne uni prüfung
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    Elsa Bazán Mezarina Januar 7, 2026 AT 10:26
    Ich finde es beeindruckend, wie die technische Exzellenz in Deutschland immer noch auf höchstem Niveau gehalten wird. 🌟 Die DIN-Normen sind ein globaler Maßstab. 🇩🇪
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    Jens Kilian Januar 8, 2026 AT 15:17
    Ich hab vor 3 Jahren mein Haus saniert und hab genau das gemacht. Es war teuer, aber ich schlaf jetzt besser. Wenn jemand Hilfe braucht, fragt einfach. Ich erklär’s gern.
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    Anton Avramenko Januar 8, 2026 AT 21:30
    Ich verstehe, dass das für viele überwältigend klingt. Aber es ist machbar. Nimm dir Zeit, lass dich beraten, und tu es richtig. Es lohnt sich.
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    Christian Bachmann (Admin) Januar 9, 2026 AT 23:41
    Die hydraulische Auslegung ist nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine ethische Verpflichtung. Jeder Millimeter Rohrleitung, jede Dichtung, jeder Druckpunkt hat Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner. Die Trinkwasserverordnung ist kein bürokratischer Überbau, sondern eine Manifestation des Vorsorgeprinzips im ingenieurwissenschaftlichen Handeln. Die Verwendung von Software wie ZVPLAN ist nicht optional, sondern eine notwendige Konsequenz aus der Komplexität moderner Systeme, die nur durch präzise Modellierung beherrschbar sind.
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    Fredrik Bergsjøbrenden Januar 10, 2026 AT 00:37
    Norwegen hat das schon seit 2005 so gemacht. Warum muss Deutschland immer so langsam sein? Die Deutschen lieben Regeln... aber nur, wenn sie kompliziert sind.
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    Erin Byrne Januar 11, 2026 AT 01:30
    I’m just here for the coffee, but this actually made me think. Maybe I should check my boiler too.
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    Karoline Kristiansen Januar 12, 2026 AT 15:15
    du hast 'trinkwasser' falsch geschrieben. es ist 'trinkwasser' nicht 'trinkwassser'. das ist unprofessionell.
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    David Blumenthal Januar 13, 2026 AT 06:58
    Die Einhaltung der Trinkwasserverordnung ist ein Ausdruck der deutschen Kultur der Präzision und Verantwortung. Dieses Vorgehen sollte international als Vorbild dienen.
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    Patrick Alspaugh Januar 13, 2026 AT 20:40
    It’s not just about compliance - it’s about care. Good to see people taking this seriously.
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    ilse gijsberts Januar 15, 2026 AT 16:31
    Ach komm, wer glaubt noch, dass Heizungswasser ins Trinkwasser kommt? Das ist doch nur, damit die SHK-Verband wieder mal ein neues Zertifikat verkaufen kann. 😏
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    Marcel Menk Januar 17, 2026 AT 07:29
    DIE GROßEN KONZERNE STEUERN DAS! OVENTROP, HERZ, REFLEX - DIE SIND TEUFLISCH VERBUNDEN MIT DER EU! DAS MIT DEN SENSOREN IST EINE SPIONAGE-TECHNOLOGIE! WER DAS INSTALLIERT, VERLIERE SEINE FREIHEIT! 🚨👁️
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    Eric Wolter Januar 18, 2026 AT 11:11
    Ich hab das letzte Jahr auch gemacht. War stressig, aber jetzt hab ich endlich Ruhe. Wer das nicht macht, hat einfach Angst vor Verantwortung. Nichts weiter.
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    Christian Bachmann (Admin) Januar 18, 2026 AT 19:32
    Der Kommentar von Marcel Menk verdeutlicht eindrücklich, wie tief die Misstrauenskultur in der Gesellschaft verwurzelt ist. Es ist nicht die Technik, die bedrohlich ist - es ist die Unfähigkeit, zwischen wissenschaftlich fundierten Normen und populistischen Verschwörungstheorien zu unterscheiden. Die digitale Überwachung ist kein Überwachungsstaat, sondern eine präventive Gesundheitsmaßnahme. Sie schützt nicht nur vor Legionellen, sondern auch vor juristischer Haftung und moralischem Versagen.

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