Wenn du ein Haus bauen willst, stehst du vor einer der wichtigsten Entscheidungen deines Lebens: Sollst du alles selbst machen oder einen Generalunternehmer beauftragen? Es geht nicht nur um Geld, sondern um deine Zeit, deine Nerven und die Qualität, die am Ende an der Wand steht. Viele denken: DIY spart Geld. Aber stimmt das wirklich? Und was passiert, wenn die Elektroinstallation nicht funktioniert oder das Dach undicht wird?
Wie viel kostet es wirklich?
Ein Generalunternehmer (GU) übernimmt den kompletten Bau - von der Baugenehmigung bis zur Schlüsselübergabe. Er ist dein einziger Ansprechpartner. Dafür zahlt du einen Aufschlag von 5 bis 15 Prozent des Gesamtbaukosten. Bei einem Haus mit 150 Quadratmetern und einem Gesamtpreis von 450.000 Euro bedeutet das 22.500 bis 67.500 Euro extra. Klingt viel? Vielleicht. Aber was passiert, wenn du selbst alles machst?Du sparst die Arbeitskosten der Handwerker. Das klingt verlockend. Doch die Realität sieht anders aus. Eine Studie der TU München aus 2022 zeigt: 68 Prozent der DIY-Bauherren überschreiten ihr Budget um durchschnittlich 18,7 Prozent. Warum? Weil sie Fehler machen. Weil sie Zeit verlieren. Weil sie nicht wissen, was sie tun. Ein falsch verlegter Estrich, eine undichte Dachrinne, eine falsch dimensionierte Heizung - all das kostet Geld, das du nicht eingeplant hast. Und das nachdem du schon Wochen damit verbracht hast, es selbst zu reparieren.
Ein Generalunternehmer hingegen arbeitet mit festen Pauschalverträgen. Wenn er einen Preis nennt, liegt er meistens bei dem, was er versprochen hat. Nur in 22 Prozent der Fälle gibt es Überkosten - und die meisten davon sind auf Änderungswünsche des Bauherren zurückzuführen. Bei DIY ist der Preis nicht fest. Er ist eine Schätzung, die mit jeder neuen Herausforderung höher wird.
Qualität: Wer macht es besser?
Du glaubst, du kannst deine Fenster, deine Elektrik oder deine Dämmung besser einbauen als ein Profi? Vielleicht. Aber nur, wenn du jahrelange Erfahrung hast. Die meisten DIY-Bauherren nicht. Laut dem ifb Institut für Bauwesen (2023) hatten 42 Prozent der Eigenleistungsbauten Mängel bei der Schlussabnahme. Bei Generalunternehmer-Projekten waren es nur 19 Prozent.Was sind die häufigsten Probleme? Fenster und Türen: 67 Prozent der DIY-Häuser hatten Dichtigkeitsprobleme. Elektrische Installationen: 58 Prozent der Fälle waren fehlerhaft. Und das ist nicht nur ärgerlich - das ist gefährlich. Eine falsch verlegte Stromleitung kann ein Haus zerstören. Ein undichtes Dach lässt Wände schimmeln. Und wer bezahlt das? Du. Nicht der Handwerker. Nicht der GU. Du.
Ein Generalunternehmer arbeitet mit langjährigen Subunternehmern zusammen. Er kennt, wer zuverlässig ist, wer sauber arbeitet, wer Gewährleistung gibt. Er hat bessere Preise bei Lieferanten, weil er in großen Mengen einkauft. Das bedeutet: Bessere Materialien, ohne dass du mehr zahlst. Bei DIY musst du selbst suchen. Und oft zahlst du mehr, weil du kleinere Mengen kaufst - und die Qualität ist ungewiss.
Die Nerven: Wer hat mehr Stress?
Du denkst, du kannst alles im Griff haben? Du hast Zeit. Du hast Motivation. Du hast YouTube-Tutorials. Aber du hast nicht die Erfahrung. Und du hast nicht die Ruhe.Ein Generalunternehmer koordiniert alle Gewerke. Er sorgt dafür, dass der Dachdecker kommt, bevor der Elektriker anfängt. Er holt die Baustoffe rechtzeitig. Er meldet Probleme. Du musst nichts tun - außer ab und zu vorbeischauen.
Bei DIY musst du alles selbst organisieren. Du rufst Handwerker an. Du vereinbarst Termine. Du wartest auf Lieferungen. Du musst dich mit Behörden auseinandersetzen. Du musst wissen, was ein Lüftungskonzept ist, was eine Wärmedämmung verlangt, wie man eine Bodenplatte betoniert. Und das alles neben deinem Job, deiner Familie, deinem Leben. Eine ifb-Studie aus 2023 ergab: 82 Prozent der DIY-Bauherren berichteten von erheblichem Stress. Viele schliefen weniger, wurden gereizt, zogen sich zurück. Einige brachen das Projekt sogar ab.
Ein GU bietet Planungssicherheit. Ein Festpreis. Ein Ansprechpartner. Wenn etwas schiefgeht, ruft er an. Er regelt es. Bei DIY bist du der Ansprechpartner. Und du bist auch der Schuldige, wenn etwas nicht funktioniert.
Was sagen die Bauherren?
Auf Hausbau-Forum.de berichtet ein Nutzer: „Mein GU hat alles termingerecht geliefert. Der Festpreis von 420.000 Euro wurde eingehalten. Als bei der Heizung ein Problem auftrat, hat der GU innerhalb von 48 Stunden alles geregelt.“Ein anderer Nutzer, der selbst gebaut hat, schreibt: „Ich habe 15 Prozent gespart - das sind 65.000 Euro. Aber dafür 18 Monate länger gebaut. Und ich musste die Elektroinstallation dreimal nachbessern lassen. Ich habe keine Ferien mehr gemacht. Meine Frau hat mich fast verlassen.“
Die Bewertungen von Generalunternehmern auf Google liegen bei durchschnittlich 4,2 von 5 Sternen. Die Erfahrungsberichte von DIY-Bauherren in Foren dagegen sind voll von Worten wie „endloser Stress“, „unerwartete Komplikationen“ und „ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist“.
Was ist die bessere Wahl?
Es gibt keine einheitliche Antwort. Aber es gibt klare Regeln.Wähle einen Generalunternehmer, wenn:
- Du wenig Zeit hast - oder gar keine.
- Du keine technische Erfahrung hast - oder keine Lust, sie zu lernen.
- Du Planungssicherheit willst - und keine Überraschungen.
- Du Stress vermeiden willst - und deine Nerven schützen willst.
Wähle DIY, wenn:
- Du Handwerkererfahrung hast - zum Beispiel als Elektriker, Tischler oder Maurer.
- Du Zeit hast - wirklich viel Zeit. 25 bis 35 Stunden pro Woche zusätzlich zu deinem Job.
- Du genau weißt, was du willst - und wie du es umsetzt.
- Du bereit bist, Risiken zu tragen - und Fehler zu bezahlen.
Und es gibt eine dritte Option - die immer beliebter wird: der Hybridansatz. Du lässt den GU die technisch komplexen Gewerke machen - Heizung, Elektrik, Dach, Fenster. Und du machst selbst die Malerarbeiten, den Innenausbau, den Garten. So sparst du Geld - ohne den Stress zu übernehmen. Das ist heute die klügste Lösung für viele Bauherren.
Was Experten sagen
Prof. Dr. Markus Weber von der TU Dortmund sagt: „Der Generalunternehmerzuschlag von 5 bis 15 Prozent ist oft gerechtfertigt - besonders für berufstätige Bauherren.“Dipl.-Ing. Sarah Müller, Bauherrenberaterin, ergänzt: „Mit ausreichender Vorbereitung und einem Baubegleiter kann DIY kostengünstiger und qualitativ besser sein. Aber nur, wenn du technisches Verständnis und viel Zeit hast.“
Die Wahrheit liegt dazwischen. Ein Generalunternehmer ist nicht perfekt. Er kann teuer sein. Er kann schlecht arbeiten. Aber er nimmt dir die Hauptlast ab. DIY ist nicht immer billiger. Es ist oft teurer - in Geld, Zeit und Nerven.
Was du tun solltest
Wenn du dich für einen Generalunternehmer entscheidest: Beauftrage einen unabhängigen Baubegleiter. Er prüft den Fortschritt, misst die Qualität und stellt sicher, dass du nicht über den Tisch gezogen wirst. Ein guter Baubegleiter kostet 1.000 bis 3.000 Euro - aber er spart dir oft 10.000 Euro und viele Nerven.Wenn du DIY machen willst: Fange nicht mit dem Dach an. Fange mit dem an, was du kannst. Malerarbeiten? Klasse. Elektrik? Nein. Heizung? Nein. Sanitär? Nein. Konzentriere dich auf das, was du beherrschst. Und lass die komplexen Gewerke professionell machen. Das ist der Weg, der wirklich funktioniert.
Dein Haus wird ein Leben lang halten. Mach es nicht zu einem Stress-Test. Mach es zu deinem Zuhause - nicht zu deiner Belastungsprobe.
Ist DIY wirklich günstiger als ein Generalunternehmer?
Theoretisch ja - aber in der Praxis oft nein. Während DIY die Arbeitskosten spart, führen Fehler, Nacharbeiten und Zeitverzögerungen bei 68 Prozent der Bauherren zu höheren Gesamtkosten. Eine TU-München-Studie zeigte, dass DIY-Bauherren ihr Budget durchschnittlich um 18,7 Prozent überschreiten. Ein Generalunternehmer arbeitet mit festen Pauschalpreisen und hält sich in 78 Prozent der Fälle an das Budget.
Warum haben GU-Häuser bessere Qualität?
Generalunternehmer arbeiten mit langjährigen, bewährten Subunternehmern zusammen. Sie kennen, wer sauber, zuverlässig und qualitativ hochwertig arbeitet. Außerdem haben sie bessere Einkaufspreise - und können daher oft bessere Materialien verwenden. Bei DIY hingegen hängt die Qualität vom persönlichen Können ab. 42 Prozent der Eigenleistungsbauten hatten Mängel bei der Schlussabnahme, vor allem bei Fenstern, Elektrik und Dichtigkeit.
Wie viel Zeit verbraucht DIY wirklich?
Ein DIY-Bauherren investiert durchschnittlich 25 bis 35 Stunden pro Woche zusätzlich zu seiner regulären Arbeit. Das entspricht fast einer ganzen Nebenjobstelle. In der ifb-Studie (2023) gaben 82 Prozent der Befragten an, dass dies zu erheblichem Stress führte - mit Auswirkungen auf Familie, Schlaf und Gesundheit. Ein Generalunternehmer reduziert diesen Aufwand auf wenige Stunden pro Monat.
Kann man mit einem Generalunternehmer Geld sparen?
Direkt nicht - der GU macht einen Aufschlag von 5 bis 15 Prozent. Aber indirekt schon. Weil er Fehler vermeidet, Termine einhält, Materialien günstiger beschafft und die Bauzeit verkürzt, sparen Bauherren oft mehr als sie extra zahlen. Eine fehlerhafte Elektroinstallation oder ein undichtes Dach kostet später zehnmal mehr als der GU-Zuschlag.
Was ist ein Hybridansatz beim Hausbau?
Ein Hybridansatz bedeutet: Du lässt den Generalunternehmer die technisch komplexen Gewerke übernehmen - wie Heizung, Elektrik, Dach, Fenster und Fundament. Und du machst selbst die einfacheren Arbeiten - wie Malerarbeiten, Innenausbau, Bodenbeläge oder den Garten. So sparst du Geld, ohne den Stress zu übernehmen. Diese Methode wird immer beliebter und ist heute die intelligenteste Lösung für viele Bauherren.
Ich hab selbst gebaut und weiß wovon ich rede. Es klingt toll, einen Generalunternehmer zu nehmen, aber die Realität ist anders. Ich hab 30 Stunden pro Woche investiert, neben meinem Vollzeitjob. Keine Ferien, keine Freizeit, nur Beton, Bohrer und Baustellen-Stress. Aber ich hab mein Haus. Nicht irgendein Haus. MEINS. Mit meinen Händen. Mit meiner Handschrift. Und das hat einen Wert, den kein GU je ersetzen kann. Ja, ich hab überzogen. Ja, ich hab Fehler gemacht. Aber ich hab gelernt. Und ich hab nie einen Tag bereut. Das ist kein Bau. Das ist eine Lebenserfahrung.
Die Studien sagen, du sparest nicht. Ich sage: du gewinnst mehr als Geld. Du gewinnst Stolz. Und das zählt.
Und nein, ich hab nicht die Elektrik selbst gemacht. Aber die Wandverkleidung, den Boden, die Treppe, die Fensterbänke. Das war mein Teil. Und das war es wert.