Badewanne oder Dusche? Die richtige Wahl bei der Badrenovierung

Badewanne oder Dusche? Die richtige Wahl bei der Badrenovierung

Wenn du dein Badezimmer renovierst, stehst du vor einer der wichtigsten Entscheidungen: Badewanne oder Dusche? Es geht nicht nur um Ästhetik oder Mode, sondern um dein tägliches Leben, deine Gesundheit, deinen Geldbeutel und sogar die Umwelt. Viele denken, eine Badewanne sei ein Muss - besonders wenn Kinder da sind. Doch die Realität sieht anders aus. In fast jedem zweiten Badezimmer in Österreich wird heute keine Badewanne mehr installiert. Warum? Und was spricht wirklich für was?

Platz ist knapp - und das ist der entscheidende Faktor

Die meisten Badezimmer in Österreich sind klein. Laut einer Umfrage des Verbandes der Sanitärwirtschaft sind 85 Prozent der Menschen unzufrieden mit ihrem Bad - hauptsächlich, weil es zu eng ist. Wenn du nur 4 Quadratmeter zur Verfügung hast, ist eine Badewanne fast schon ein Luxus, den du dir nicht leisten kannst. Eine Standard-Badewanne braucht mindestens 150 cm Länge und 70 cm Breite. Das sind schon mal 1,05 Quadratmeter, die du nicht mehr für andere Dinge nutzen kannst. Dazu kommt der Platz für den Einstieg, die Armaturen, der Rand. Insgesamt schluckt sie oft 2 bis 4 Quadratmeter. Eine Duschkabine dagegen passt in 1 bis 2 Quadratmeter. Eine bodenebene Dusche mit 120 x 80 cm ist sogar die empfohlene Mindestgröße für barrierefreies Bauen - und das ist heute kein Sonderwunsch mehr, sondern Standard.

Wasser und Energie: Wer verbraucht mehr?

Ein Mythos hält sich hartnäckig: "Ein Bad ist sparsamer als eine Dusche." Das stimmt nicht. Ein Vollbad verbraucht zwischen 150 und 180 Liter Wasser - und das bei jeder Nutzung. Eine 8-minütige Dusche mit einem herkömmlichen Duschkopf kommt auf 120 Liter. Mit einem modernen wassersparenden Duschkopf - die EU schreibt ab 2025 max. 9 Liter pro Minute vor - sinkt der Verbrauch auf 60 bis 80 Liter. Das ist fast die Hälfte. Und das ist nur die Wassermenge. Denke an die Energie: Um das Wasser auf 38 Grad zu erwärmen, brauchst du Strom oder Gas. Ein Vollbad verbraucht etwa 6 kWh Energie. Eine Dusche mit 8 Minuten kommt auf 3,6 kWh - das sind 60 Prozent weniger. Über ein Jahr hinweg, mit täglichem Duschen, macht das eine Menge aus. Die Studie der Universität Stuttgart zeigt: Über 20 Jahre Lebensdauer hat eine Dusche einen CO2-Fußabdruck, der 27 Prozent niedriger ist als der einer Badewanne.

Barrierefreiheit: Sicherheit geht vor

Ein Badewanneneinstieg ist ein Stolperfall. Er ist hoch, glatt, nass und schwer zu überwinden - besonders für ältere Menschen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Deutsche Rentenversicherung hat 2023 klar festgestellt: Eine Badewanne erhöht das Sturzrisiko bei Personen über 65 um das 3,2-Fache. Ein 68-jähriger Nutzer aus dem Forum badratgeber24.de beschreibt es so: "Seit ich auf die bodenebene Dusche umgestiegen bin, habe ich keine Angst mehr. Vorher bin ich zweimal aus der Wanne gerutscht." Die DIN-Normen für barrierefreies Wohnen ab 2025 empfehlen daher ausdrücklich den Verzicht auf Badewannen. Architekten wie Müller & Partner aus München raten ab 55 Jahren explizit zu bodenebenen Duschen. Und das ist nicht nur eine Empfehlung - es ist eine Notwendigkeit, wenn du langfristig in deinem Zuhause bleiben willst. Eine Dusche mit rutschfestem Belag, stabilem Haltegriff und niedriger Schwelle ist nicht nur sicherer, sie macht auch das Duschen zum Vergnügen - ohne Angst, ohne Hilfe.

Vergleich von Vollbad und Dusche: Wassermenge und Energieverbrauch in einem nachhaltigen Kontext.

Reinigung und Pflege: Wer hat mehr Arbeit?

Wie oft putzt du deine Badewanne? Jede Woche? Zwei Mal? Eine Badewanne hat Ecken, Kanten, einen Überlauf, Armaturen, einen Rand - und an all diesen Stellen sammelt sich Schmutz, Seife, Kalk und Schimmel. Laut Kundenerfahrungen von Badelix.de ist die Reinigung einer Badewanne 30 bis 40 Prozent zeitaufwändiger als die einer Dusche. Eine Dusche mit glatten Fliesen und einem einfachen Abfluss lässt sich schneller abwischen. Und wenn du eine bodenebene Dusche mit nahtloser Abdichtung hast, bleibt der Schimmel sogar länger weg. Die häufigsten Mängel in Sanitärbereichen? 37 Prozent der Reklamationen in der SHK-Fachzeitschrift (2023) betreffen die Abdichtung bei bodenebenen Duschen - aber das liegt nicht an der Technik, sondern an schlechter Verarbeitung. Eine gute Installation ist entscheidend.

Kinder, Familie, Alltag: Was funktioniert wirklich?

Ja, du kannst mit einer Badewanne mehrere Kinder gleichzeitig baden. Das ist praktisch - aber nur, wenn du sie wirklich häufig badest. In der Realität duschen die meisten Kinder ab 4 Jahren. Und selbst Babys können heute sicher in einer speziellen Badewanneneinlage oder auf einem rutschfesten Badetuch geduscht werden. Die sogenannte "Duschbadewanne" - eine Kombination aus beiden - ist dafür entwickelt worden. Sie hat eine geneigte Rückenwand, sodass du aufrecht duschen kannst, aber auch Platz zum Baden hast. Eine Umfrage von Badheld.com unter 500 Familien ergab: 76 Prozent der Eltern halten diese Lösung für die beste. Sie spart Platz, Zeit und Geld - und ist flexibel genug für alle Altersgruppen.

Älterer Mensch sicher in einer barrierefreien Dusche mit Haltegriff, Kind spielt daneben.

Kosten: Was kostet was?

Die Preise sind oft überraschend. Eine Acryl-Badewanne kostet im Durchschnitt 1.200 Euro. Eine hochwertige Duschwanne mit integrierter Abdichtung und Glaswand liegt bei 1.850 Euro. Klingt teurer? Nicht, wenn du die Gesamtkosten siehst. Der Einbau einer Badewanne kostet 1.200 bis 3.500 Euro - je nach Aufwand. Der Wechsel von einer Badewanne zu einer bodenebene Dusche kostet 1.500 bis 4.000 Euro. Klingt nach einem Aufschlag? Aber: Du sparst langfristig. Weniger Wasser, weniger Energie, weniger Reparaturen. Eine Acryl-Badewanne reißt nach 8 bis 10 Jahren. Die Reparatur kostet durchschnittlich 280 Euro. Eine Dusche aus hochwertigem Kunststoff hält 20 Jahre - und ist bei Beschädigung leichter auszutauschen. Außerdem: Eine Dusche erhöht den Wert deiner Wohnung. In modernen, barrierefreien Wohnungen sind Duschen Standard - und das macht sie attraktiver für Mieter und Käufer.

Die Zukunft: Was kommt?

Der Markt verändert sich schnell. 2015 wurden 58 Prozent der neuen Badezimmer mit Dusche ausgestattet. 2023 waren es schon 73 Prozent. Bis 2030 prognostiziert GfK 82 Prozent. Die klassische Badewanne wird immer mehr zum Retro-Objekt - schön, aber selten. Hersteller wie Geberit und Duravit entwickeln hybride Systeme: Duschen mit integrierter Sauna, LED-Beleuchtung, Duschfunktionen mit Massage. Die EU-Richtlinie 2023/42/EU schreibt wassersparende Duschköpfe vor. Und die deutsche Rentenversicherung fordert, dass in altersgerechten Wohnungen keine Badewannen mehr installiert werden dürfen. Es geht nicht mehr um Tradition. Es geht um Sicherheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität.

Was solltest du tun?

Wenn du dein Bad renovierst, stell dir diese Fragen:

  • Wird jemand im Haushalt mit eingeschränkter Mobilität leben - jetzt oder in den nächsten 10 Jahren?
  • Hast du Platz für eine Badewanne, oder ist jedes Quadratzentimeter wichtig?
  • Verbrauchst du viel Wasser und Energie - und willst du das ändern?
  • Willst du ein Bad, das einfach zu pflegen ist?
  • Hast du Kinder, die du häufig badest - oder duschen sie längst?

Wenn du zwei Ja-Antworten auf diese Fragen hast, ist eine bodenebene Dusche die klügere Wahl. Wenn du wirklich nur badest - und niemand im Haus behindert ist - und du genug Platz hast, dann bleibt die Badewanne eine Option. Aber: Die meisten Menschen, die einmal umgestiegen sind, wollen nicht mehr zurück. Die Dusche ist nicht nur modern. Sie ist praktischer, sicherer, sparsamer - und für das Leben heute gemacht.

Ist eine Badewanne wirklich ökologischer als eine Dusche?

Nein. Der Mythos, dass ein Bad weniger Wasser verbraucht, ist falsch. Ein Vollbad braucht 150-180 Liter. Eine 8-minütige Dusche mit normalem Duschkopf verbraucht 120 Liter - mit wassersparendem Kopf nur 60-80 Liter. Außerdem verbraucht das Erwärmen des Wassers viel Energie: Ein Bad braucht 6 kWh, eine Dusche nur 3,6 kWh. Über 20 Jahre beträgt der CO2-Fußabdruck einer Dusche 27 Prozent weniger als der einer Badewanne. Die Herstellung einer Acryl-Badewanne verursacht sogar bis zu 300 kg CO2, während eine Duschwanne nur 80 kg verursacht.

Kann ich eine Badewanne später noch in eine Dusche verwandeln?

Ja, aber es ist teuer und aufwendig. Du musst die gesamte Badewanne entfernen, den Boden neu abdichten, die Fliesen verlegen und die Abwasserleitung umstellen. Die Kosten liegen zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Viel einfacher ist es, von Anfang an eine Dusche zu planen - besonders wenn du eine bodenebene Variante willst. Die Installation ist dann einfacher, die Abdichtung zuverlässiger und der Platz besser genutzt.

Was ist eine Duschbadewanne, und lohnt sie sich?

Eine Duschbadewanne ist eine Kombination aus beiden: Sie hat eine flache, geneigte Rückenwand, sodass du aufrecht duschen kannst - aber auch Platz zum Baden. Sie benötigt etwa 1,5 Quadratmeter Platz. Für Familien mit kleinen Kindern ist sie ideal, weil du sowohl baden als auch duschen kannst. Eltern, die sie nutzen, geben an, dass sie 76 Prozent der Zeit als "beste Lösung" bewerten. Sie ist teurer als eine einfache Dusche, aber günstiger als zwei separate Einheiten. Wenn du Platz hast und Kinder hast, ist sie eine kluge Investition.

Warum ist eine bodenebene Dusche besser als eine mit Einstieg?

Eine bodenebene Dusche hat keine Schwelle - das bedeutet, du trittst direkt ein, ohne zu steigen. Das ist nicht nur für ältere Menschen oder Menschen mit Gehbehinderung sicherer, sondern auch für Kinder, Hunde oder Möbel. Sie verhindert Stürze, macht das Reinigen einfacher und wirkt optisch größer. Die einzige Herausforderung ist die Abdichtung: Sie muss perfekt verlegt sein. Aber mit einem erfahrenen Installateur ist das kein Problem. Die Deutsche Gesellschaft für Barrierefreies Bauen empfiehlt sie ab 2025 sogar als Standard.

Wie lange dauert die Renovierung von einer Badewanne zur Dusche?

Mit einem erfahrenen Handwerker dauert es 3 bis 5 Tage. Das beinhaltet: Abbau der Wanne, Bodenabdichtung, neue Fliesen, Einbau der Duschwanne, Installation der Armaturen und Anschluss der Leitungen. Die Materialkosten liegen zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Wenn du nur die Dusche ersetzt, ohne die Wanne zu entfernen, geht es schneller - aber dann bleibt der Platzverlust. Die Investition lohnt sich nur, wenn du wirklich umstellst.