Faserzementtafeln: Die langlebige Lösung für Ihre Fassade
Wenn Sie eine Fassade sanieren oder neu verkleiden, stehen Sie vor einer Entscheidung: Was hält wirklich lange, sieht gut aus und braucht fast keine Pflege? Faserzementtafeln sind heute eine der beliebtesten Lösungen - und das nicht ohne Grund. Sie vertragen Wind, Regen, Frost und Sonne, sind nicht brennbar und halten bis zu 50 Jahre oder länger. Im Gegensatz zu Holz, das rot wird und gestrichen werden muss, oder Metall, das rostet, bleiben Faserzementtafeln über Jahrzehnte stabil. Sie sind kein Trend, sondern eine bewährte Technik, die sich seit den 1980er Jahren kontinuierlich verbessert hat.
Was ist eigentlich Faserzement?
Faserzement besteht aus vier Hauptbestandteilen: Zement, Quarzsand, Cellulosefasern aus Holz und mineralische Zusätze. Diese Mischung wird unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen zu dicken Platten verpresst. Das Ergebnis: ein Material, das hart wie Stein, aber leichter zu bearbeiten ist. Moderne Tafeln wie HardiePlank®, Cedral oder Swisspearl Patina NXT sind nur 8 mm dick, aber extrem stabil. Ihre Dichte liegt bei etwa 1,45 Gramm pro Kubikzentimeter, und sie haben eine Biegefestigkeit von 28 bis 32 Newton pro Quadratmillimeter. Das bedeutet: Sie halten Gewicht und Windlasten aus, ohne zu brechen.
Ein wichtiger Vorteil: Sie sind nicht brennbar und erfüllen die höchste Brandschutzklasse A1 nach EN 13501-1. Das ist besonders wichtig in Städten wie Graz, wo die Brandschutzvorschriften in den letzten Jahren verschärft wurden. Im Vergleich zu Holzfassaden, die bei einem Brand schnell um sich greifen, bleibt Faserzement einfach stehen - und das ohne Zusatzchemikalien.
Warum gerade Faserzement und nicht Holz oder Metall?
Die Frage ist nicht, ob Faserzement besser ist - sondern ob es für Ihr Projekt die richtige Wahl ist. Holzfassaden sehen warm und natürlich aus, aber sie brauchen alle 5 bis 8 Jahre einen neuen Anstrich. Und wenn die Feuchtigkeit eindringt, faulen sie. Metallfassaden sind robust, aber sie korrodieren, wenn sie nicht perfekt beschichtet sind. Kunststoffplatten werden brüchig, wenn sie jahrelang der Sonne ausgesetzt sind.
Faserzement dagegen: Kein Anstrich nötig, keine Korrosion, kein Verrotten. Die Oberfläche ist meist schon farbig verpresst oder mit einer dauerhaften Beschichtung versehen. Sie müssen nur ab und zu abwischen. Die Lebensdauer liegt bei über 50 Jahren - doppelt so lange wie bei Holz. Die Anschaffungskosten sind höher: 45 bis 65 Euro pro Quadratmeter, gegenüber 30 bis 45 Euro für Holz. Aber über die Zeit sparen Sie viel: kein Streichen, kein Reparieren, kein Austauschen.
Montage: Die wichtigsten Regeln
Die Montage von Faserzementtafeln ist nicht schwer - aber sie muss richtig gemacht werden. Der größte Fehler? Die Hinterlüftung vergessen. Jeder Hersteller schreibt vor: Mindestens 20 Millimeter Luft zwischen Tafel und Wand. Warum? Weil Feuchtigkeit, die durch Regen oder Tauwasser entsteht, nicht eingeschlossen werden darf. Ohne Lüftung bildet sich Kondenswasser, und das führt zu Schimmel, Holzfaulnis und letztlich zum Versagen der Fassade.
Die Unterkonstruktion besteht aus kesseldruckimprägniertem Holz (mindestens C24-Qualität). Die Latten werden horizontal oder vertikal in Abständen von maximal 60 Zentimetern befestigt. Die Tafeln werden dann mit speziellen Schrauben oder Nägeln befestigt - keine normalen Bauschrauben! James Hardie, Cedral und Cembrit liefern dafür passende Befestiger, die mindestens 15 Jahre korrosionsfrei halten. Die Schrauben werden immer 20 Millimeter unter der oberen Kante der Tafel platziert, nie in der Mitte. Sonst reißt das Material bei Temperaturschwankungen.
Und hier kommt ein entscheidender Punkt: thermische Ausdehnung. Faserzement dehnt sich bei Hitze aus und zieht sich bei Kälte zusammen. Bei einer Temperaturschwankung von 60 Grad Celsius kann ein Meter Tafel bis zu 1,8 Millimeter länger oder kürzer werden. Wenn Sie die Tafeln zu eng aneinander setzen oder oben keinen Spielraum lassen, wölben sie sich. Das haben viele Selbstbauer erlebt - und dann ist Reparatur teuer. Laut Montageanleitungen von Cedral und Cembrit muss oben mindestens 1 Zentimeter Luft frei bleiben, damit die Tafel sich bewegen kann.
Die richtige Reihenfolge: So montieren Sie richtig
- Beginnen Sie immer mit dem unteren Starterprofil. Das sorgt dafür, dass die erste Tafel waagerecht sitzt und das Wasser abläuft.
- Setzen Sie die erste Tafel auf das Starterprofil. Befestigen Sie sie mit den speziellen Schrauben, 60 Zentimeter auseinander, an den Traglatten.
- Die nächste Tafel wird über die vordere Kante der vorherigen gelegt - es entsteht ein Überlapp von etwa 30 Millimetern. Das ist wichtig für die Abdichtung.
- Verwenden Sie EPDM-Dichtbänder zwischen Tafel und Lattung. Das verhindert Klappergeräusche bei Wind und verbessert die Optik der Fugen.
- Bei Fenstern und Türen: Unter der Fensterbank muss ein Lüftungsprofil eingebaut werden. Der Abstand zwischen Fensterbank und Fassadentafel muss mindestens 10 Millimeter betragen. Die Fensterbank sollte 30 Millimeter über die Tafel hinausragen, damit das Wasser nicht an der Wand entlang läuft.
- Schließen Sie mit einem oberen Abschlussprofil ab - nie einfach die letzte Tafel abschneiden und lassen. Das ist ein klassischer Fehler.
Ein erfahrener Handwerker schafft 1,5 bis 2 Quadratmeter pro Stunde. Als Laie rechnen Sie mit 0,5 bis 0,8 Quadratmeter pro Stunde. Die Montage ist schneller als bei Metallfassaden, weil Sie nicht vorbohren müssen. Mit einem Paslode-Nagler geht es noch schneller - viele Handwerker nutzen das.
Pflege: Fast keine Arbeit - aber nicht keine
Faserzementtafeln sind pflegeleicht - aber nicht pflegefrei. Sie brauchen keinen Anstrich, aber sie sammeln Staub, Schmutz und Algen. Alle zwei bis drei Jahre sollten Sie die Fassade mit klarem Wasser und einem weichen Besen abspülen. Ein Hochdruckreiniger? Nein. Drücke über 100 bar können die Oberflächenbeschichtung angreifen und dauerhaft beschädigen. Das haben Experten wie Prof. Dr. Anja Schmidt von der TU München mehrfach betont. Es reicht, mit einem Gartenschlauch sanft abzuspülen.
Wenn Sie Flecken haben - zum Beispiel von Moos oder Algen - verwenden Sie ein mildes Reinigungsmittel, das speziell für Faserzement entwickelt wurde. Keine Säuren, keine starken Chemikalien. Die Oberfläche ist porös, und aggressive Mittel greifen sie an. Ein einfacher Test: Probieren Sie das Reinigungsmittel zuerst an einer kleinen, unsichtbaren Stelle aus.
Was ist neu? Trends 2025
Der Markt entwickelt sich weiter. James Hardie hat 2023 die HardiePanel® Eco Serie eingeführt - 30 Prozent recyceltes Material, 20 Prozent weniger CO₂. Cedral arbeitet an „Cedral Click 2.0“, einem werkzeuglosen Klicksystem, das die Montagezeit um 30 Prozent reduzieren soll. Und Swisspearl hat mit der Patina NXT Tafel eine neue Innovation vorgestellt: eine integrierte Dämmschicht, die den U-Wert um 0,15 W/m²K verbessert. Das ist kein großer Wert - aber bei einer ganzen Fassade summieren sich die Einsparungen.
Die Nachfrage steigt. In Deutschland wurden 2023 45 Prozent mehr Schulungen zur Faserzementmontage gebucht als 2021. Auch private Bauherren greifen immer häufiger zu - weil die Anleitungen besser werden. Cedral hat eine YouTube-Serie mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen veröffentlicht, die viele nutzen.
Was passiert, wenn Sie es falsch machen?
Ein Fehler in der Montage hat oft teure Folgen. Wer den Lüftungsabstand unterschätzt, bekommt Kondenswasser und Schimmel. Wer keine Dichtbänder verwendet, hört die Tafeln im Wind klappern - das ist nervig und ein Zeichen für schlechte Arbeit. Wer Hochdruckreiniger benutzt, zerstört die Oberfläche und verliert die Garantie.
Ein Beispiel aus dem Forum Fassadenbau.net: Ein Nutzer schrieb im Oktober 2023, dass seine Tafeln nach zwei Jahren an den Rändern wölbten. Der Grund? Er hatte die 1 Zentimeter Luft oben nicht eingehalten. Die Tafeln konnten sich nicht ausdehnen - und haben sich verzogen. Die Reparatur kostete ihn mehr als die ursprüngliche Montage.
Die gute Nachricht: Wenn Sie die Regeln befolgen, ist die Wahrscheinlichkeit für Probleme sehr gering. 78 Prozent der Nutzer auf Fassadenbau.net berichten von zufriedenstellenden Ergebnissen. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 von 5 Sternen - mit der höchsten Punktzahl für Witterungsbeständigkeit.
Was kostet das wirklich?
Die Materialkosten liegen zwischen 45 und 65 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen die Unterkonstruktion (ca. 10-15 €/m²), die Befestigung (5-8 €/m²) und die Montage (25-40 €/m², wenn Sie einen Handwerker beauftragen). Insgesamt kommen Sie auf 85 bis 125 Euro pro Quadratmeter. Das klingt viel - aber rechnen Sie über 30 Jahre: Bei Holz zahlen Sie alle 8 Jahre für neuen Anstrich und Reparaturen. Bei Faserzement zahlen Sie einmal - und haben dann 50 Jahre Ruhe.
Wenn Sie selbst montieren, sparen Sie die Handwerkerkosten. Aber nur, wenn Sie die Anleitungen genau befolgen. Die meisten Fehler passieren bei der Planung - nicht bei der Ausführung.
Woher wissen Sie, welches Produkt das richtige ist?
Die drei größten Marken in Europa sind James Hardie (35 % Marktanteil), Etex Group mit Cedral (25 %) und Eternit (20 %). Cembrit und Swisspearl teilen sich die restlichen 20 %. Alle bieten ähnliche Eigenschaften - aber Unterschiede in der Oberfläche, der Dicke und der Montageart.
HardiePlank® ist besonders robust und hat eine lange Tradition. Cedral ist leichter zu verarbeiten und hat viele Farben. Swisspearl hat die beste Dämmeigenschaft. Cembrit ist bekannt für seine präzisen Formate. Lesen Sie die technischen Daten - nicht nur die Werbung. Die Dicke, die Maße, die Ausdehnungswerte: das sind die entscheidenden Zahlen.
Fazit: Langlebigkeit hat ihren Preis - und lohnt sich
Faserzementtafeln sind keine billige Lösung. Sie sind aber die intelligenteste. Sie verbinden Langlebigkeit, Sicherheit und geringe Pflege mit einem modernen Aussehen. Ob Sie ein Einfamilienhaus sanieren oder ein Mehrfamilienhaus neu verkleiden - wenn Sie die Montagevorschriften beachten, haben Sie eine Fassade, die Ihren Kindern noch etwas bietet.
Planen Sie gut. Befolgen Sie die Anleitungen. Verwenden Sie die richtigen Werkzeuge. Und vergessen Sie nicht: Die Lüftung ist nicht optional. Sie ist die Grundlage für jede lange Lebensdauer.
Kann ich Faserzementtafeln selbst montieren?
Ja, das ist möglich - vorausgesetzt, Sie lesen die Montageanleitungen der Hersteller genau und befolgen sie. Die größte Herausforderung ist nicht das Schneiden oder Befestigen, sondern die korrekte Berücksichtigung der thermischen Ausdehnung und der Hinterlüftung. Als Laie sollten Sie mit einer Montagegeschwindigkeit von 0,5 bis 0,8 Quadratmetern pro Stunde rechnen. Ein erfahrener Handwerker schafft das Doppelte. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Unterkonstruktion von einem Profi machen - das ist der kritischste Teil.
Wie oft muss ich die Fassade reinigen?
Alle zwei bis drei Jahre reicht es, die Fassade mit klarem Wasser und einem weichen Besen abzuspülen. Verwenden Sie keinen Hochdruckreiniger - Drücke über 100 bar beschädigen die Oberflächenbeschichtung. Bei stärkeren Verschmutzungen wie Moos oder Algen nutzen Sie ein mildes, spezielles Reinigungsmittel für Faserzement. Testen Sie es immer zuerst an einer unsichtbaren Stelle.
Warum ist die Hinterlüftung so wichtig?
Ohne Hinterlüftung bleibt Feuchtigkeit zwischen Wand und Tafel eingeschlossen. Das führt zu Kondenswasser, das wiederum Schimmel und Holzfaulnis an der Unterkonstruktion verursacht. Selbst wenn die Tafeln selbst witterungsbeständig sind, rottet die Holzlattung durch - und dann bricht die ganze Fassade zusammen. Mindestens 20 Millimeter Luftabstand sind technisch unverzichtbar. Das steht in allen Montageanleitungen von James Hardie, Cedral und Cembrit.
Was passiert, wenn ich die Tafeln zu eng aneinander setze?
Faserzement dehnt sich bei Hitze aus. Wenn kein Spielraum bleibt, kann das Material nicht mehr bewegen - und wölbt sich an den Rändern. Das ist ein häufiger Fehler bei Selbstbauern. Die Folge: unschöne Verformungen, Risse in den Fugen und ein beschädigter Look. Laut Cedral-Montageanleitung muss oben mindestens 1 Zentimeter Luft frei bleiben. Die Ausdehnung beträgt bis zu 1,8 Millimeter pro Meter bei 60 Grad Temperaturunterschied - das ist mehr, als viele denken.
Welche Farben sind für Faserzementtafeln empfehlenswert?
Helle Farben wie Weiß, Grau oder Beige absorbieren weniger Wärme und reduzieren die thermische Ausdehnung. Dunkle Farben wie Schwarz oder Tiefblau können die Oberflächentemperatur um bis zu 20 Grad erhöhen - das belastet das Material stärker. Die Hersteller bieten mittlerweile viele Farben an, aber für Regionen mit starkem Sonneneinfall wie Graz empfehlen sich neutrale, lichtreflektierende Töne. Die Oberflächenbeschichtung ist dauerhaft - kein Nachstreichen nötig.
Sind Faserzementtafeln umweltfreundlich?
Ja, im Vergleich zu vielen anderen Materialien. Sie enthalten keine giftigen Stoffe, sind recycelbar und haben eine Lebensdauer von über 50 Jahren - das reduziert den Ressourcenverbrauch. James Hardie hat 2023 eine Eco-Serie mit 30 Prozent recyceltem Material eingeführt. Der CO₂-Fußabdruck ist geringer als bei Holz mit häufigem Anstrich oder Kunststofffassaden. Die Herstellung ist energieintensiv, aber die langfristige Ökobilanz ist positiv.
Faserzement ist wirklich die beste Wahl für eine Fassade. Kein Anstrich, kein Schimmel, keine Rostflecken. Ich hab’s selbst an meinem Haus gemacht und seit sieben Jahren kein Problem mehr. Einfach abspülen und fertig.