Stell dir vor, deine monatliche Heizrechnung sinkt von 480 Euro auf 120 Euro - ohne dass du deine Wohnung umrüsten musst. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Doch genau das passiert, wenn du eine alte Elektroheizung durch eine moderne Wärmepumpe ersetzt. In Deutschland werden jährlich über 40.000 alte Nachtspeicherheizungen ausgetauscht - und das nicht nur, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern weil es einfach mehr Geld spart. In Klagenfurt, wo die Winter kalt werden können, aber nicht mehr so kalt wie früher, ist der Wechsel besonders sinnvoll. Doch wie funktioniert der Austausch wirklich? Und was kostet er dich am Ende?
Warum du deine Elektroheizung nicht mehr lange brauchst
Elektroheizungen, besonders die Nachtspeicherheizungen aus den 70er und 80er Jahren, waren damals eine günstige Lösung. Sie nutzten den billigen Nachtstrom und speicherten Wärme in Steinblöcken. Heute sind sie ein Relikt. Warum? Weil sie nur 100 Prozent Effizienz schaffen: 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme. Eine Wärmepumpe hingegen holt Wärme aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser - und verdoppelt oder verdreifacht sie. Mit einem Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent erzeugt sie aus 1 kWh Strom 3 bis 5 kWh Wärme. Das macht den Unterschied.Ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und einem jährlichen Heizbedarf von 18.000 kWh verbraucht mit einer Elektroheizung bei 32 Cent pro kWh rund 5.760 Euro im Jahr. Mit einer Wärmepumpe sinkt das auf 1.440 Euro - eine Ersparnis von 4.320 Euro pro Jahr. Über 20 Jahre sind das mehr als 86.000 Euro, die du nicht mehr ausgibst. Das ist kein theoretisches Modell - das ist die Realität von Hausbesitzern, die den Wechsel schon hinter sich haben.
Was kostet der Austausch wirklich?
Die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe wirken erstmal hoch: zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn du bekommst Förderung - und zwar ordentlich. Seit September 2023 gibt es einen BAFA-Zuschuss von 45 Prozent der Investitionskosten, bis zu 30.000 Euro. Das bedeutet: Wenn du 18.500 Euro investierst, bekommst du fast 8.300 Euro zurück. Hinzu kommt das Sofortprogramm Elektroheizungsaustausch: Wenn dein Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro liegt, bekommst du zusätzlich 2.000 Euro Prämie. Das reduziert deine Selbstbeteiligung auf unter 8.000 Euro - oft sogar unter 6.000 Euro.Was du aber nicht vergessen darfst: Die Kosten für die Anpassung deines Hauses. Viele alte Häuser haben Heizkörper, die für hohe Vorlauftemperaturen von 70 Grad ausgelegt sind. Eine Wärmepumpe braucht aber nur 35 bis 45 Grad. Wenn du deine alten Heizkörper nicht ersetzt oder erweiterst, läuft sie ständig auf Vollast - und verliert ihre Effizienz. Die Kosten dafür liegen zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Auch der Stromanschluss muss oft aufgerüstet werden: Viele alte Häuser haben nur eine 1-Phasen-Versorgung, aber Wärmepumpen brauchen 3-Phasen. Das kostet durchschnittlich 1.850 Euro.
Ein vollständiger Austausch - inklusive Heizkörper, Anschluss, Wärmepumpe und Förderung - kostet bei einem Altbau durchschnittlich 14.500 Euro. Bei einem gut gedämmten Haus mit modernen Heizkörpern sinkt der Preis auf 10.200 Euro. Bei einem schlecht gedämmten Haus ohne Sanierung steigt er auf 18.700 Euro. Die Förderung macht den Unterschied - und sie ist nicht zu unterschätzen.
Die 5 Schritte zum erfolgreichen Austausch
Der Wechsel ist kein DIY-Projekt - aber er ist einfach, wenn du die richtigen Schritte kennst:
- Bedarfsanalyse: Ein Heizungsfachbetrieb kommt vorbei und misst deinen Heizbedarf, prüft deine Isolierung und berechnet, welche Wärmepumpe passt. Das kostet 150 bis 300 Euro - oft wird es dir nach Vertragsabschluss gutgeschrieben.
- Konzept erstellen: Der Fachmann erstellt ein technisches Konzept mit Leistung, Typ und Anschlussdetails. Das kostet 300 bis 600 Euro und ist notwendig, um Fördermittel zu beantragen.
- Förderung beantragen: Du stellst den Antrag bei BAFA und KfW. Das dauert 6 bis 8 Wochen. Wichtig: Du musst den Antrag vor der Bestellung der Wärmepumpe stellen. Sonst verlierst du die Förderung.
- Installation: Die Wärmepumpe wird montiert, das Heizsystem umgebaut, der Stromanschluss geprüft. Das dauert 1 bis 3 Tage. Einige Anbieter liefern die Wärmepumpe mit einem Smart-System, das den Stromverbrauch an deine Photovoltaik-Anlage anpasst - das senkt die Kosten nochmal um 15 Prozent.
- Abnahme und Abrechnung: Nach der Installation kommt ein Sachverständiger, der die Funktion prüft. Danach bekommst du die Förderung ausgezahlt - meist innerhalb von 4 Wochen.
Die meisten Betriebe, die sich auf Wärmepumpen spezialisiert haben, machen das für dich - vom Antrag bis zur Abnahme. Suche nach einem Betrieb mit der Zertifizierung „Fachkraft für Wärmepumpen“ - das ist seit 2023 die offizielle Qualifikation im Handwerk.
Was du unbedingt beachten musst
Wärmepumpen sind kein Wundermittel. Sie funktionieren nur, wenn du sie richtig einsetzt. Hier sind die drei häufigsten Fehler:
- Fehler 1: Du ignorierst die Dämmung. Wenn dein Haus aus den 70er Jahren stammt und keine Dämmung hat, wird die Wärmepumpe im Winter ständig auf Zusatzheizung umschalten - und deine Ersparnis schrumpft auf 35 Prozent statt 70. Sanierst du die Fassade oder ersetzt die Fenster, sinken deine Heizkosten nochmal deutlich.
- Fehler 2: Du denkst, du brauchst keine neue Heizkörperanlage. Alte Heizkörper sind zu klein für die niedrigen Temperaturen der Wärmepumpe. Du brauchst entweder neue, größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Sonst läuft die Pumpe ständig auf Vollast - und du verlierst Effizienz.
- Fehler 3: Du ignorierst den Stromanschluss. Wenn dein Haus nur 16 Ampere pro Phase hat, reicht das nicht. Du brauchst 3-Phasen-25 Ampere. Sonst springt die Sicherung raus - oder du kannst die Pumpe nicht voll auslasten. Das ist kein Kleinigkeitsproblem - das ist eine technische Voraussetzung.
Experten wie Prof. Dr. Volker Quaschning von der HTW Berlin sagen klar: „Der Austausch lohnt sich nur, wenn die Gebäudehülle saniert ist und die Stromkosten unter 35 Cent pro kWh liegen.“ Das ist heute fast überall der Fall - aber es ist kein Grund, die Dämmung zu ignorieren.
Wie du die richtige Wärmepumpe findest
Nicht jede Wärmepumpe ist gleich. Es gibt drei Haupttypen:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Die häufigste Variante. Sie holt Wärme aus der Luft. Kosten: 10.000-15.000 Euro. Ideal für Einfamilienhäuser mit Platz im Garten oder an der Fassade.
- Erde-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt die konstante Temperatur des Bodens. Kostet 15.000-25.000 Euro, weil Bohrungen nötig sind. Ideal für große Grundstücke - aber nicht für Stadthäuser.
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Sie nutzt Grundwasser. Sehr effizient, aber in vielen Regionen verboten, weil sie das Grundwasser beeinflusst. In Kärnten meist nicht erlaubt.
Die Luft-Wasser-Variante ist für die meisten Hausbesitzer die beste Wahl. Sie ist günstig, einfach zu installieren und arbeitet mit einer Leistungszahl (COP) von 4,2 bis 4,8 - das bedeutet: 4,5 kWh Wärme pro 1 kWh Strom. Moderne Modelle haben KI-gestützte Regelungen, die sich an das Wetter und deine Nutzung anpassen. Das ist der neue Standard - und er spart zusätzlich 10 bis 15 Prozent Strom.
Was andere Hausbesitzer sagen
Im Heizung.de Forum berichtet ein Nutzer aus Salzburg: „Ich habe meine 25 Jahre alte Elektroheizung gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ausgetauscht. Die Anschaffung kostete 18.500 Euro, mit 45 Prozent BAFA-Förderung und 2.000 Euro Sofortprämie blieben mir 6.800 Euro. Die monatlichen Stromkosten sanken von 480 auf 120 Euro. Die Amortisation war nach 7,2 Jahren geschafft.“
Aber es gibt auch kritische Stimmen. Ein Nutzer aus Linz schreibt: „Ich habe eine Wärmepumpe in meinem 1972er Haus installiert - ohne Dämmung. Die Heizkosten sanken nur um 35 Prozent. Die Pumpe schaltet bei Minusgraden oft auf Zusatzheizung. Ich hätte die Fassade sanieren sollen.“
Die durchschnittliche Bewertung von Wärmepumpen auf Trustpilot liegt bei 4,2 von 5 Sternen. Die Zuverlässigkeit und Energieeffizienz werden gelobt - aber die hohen Anfangskosten und die Komplexität der Installation sind die häufigsten Kritikpunkte. Die Lösung? Wähle einen seriösen Anbieter, der dir alles erklärt - und lass dich nicht von billigen Angeboten locken.
Was kommt als Nächstes?
Die Bundesregierung will bis 2030 sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert haben. Der Markt wächst jedes Jahr um 25 Prozent. In den nächsten Jahren werden intelligente Systeme Standard: Wärmepumpen, die mit deiner Photovoltaik-Anlage kommunizieren, den Stromverbrauch in Zeiten hoher Sonneneinstrahlung erhöhen und bei teurem Netzstrom herunterfahren. Das macht dich unabhängiger - und dein Heizsystem smart.
Die Elektroheizung ist ausgedient. Sie war ein Produkt der 60er und 70er Jahre - als Strom billig war und Klimaschutz kein Thema. Heute ist sie ein Kostenfaktor, der sich nicht mehr rechnet. Der Austausch durch eine Wärmepumpe ist nicht nur umweltfreundlich - er ist die klügste Investition, die du in dein Haus machen kannst. Wenn du deine Heizung noch nicht erneuert hast: Jetzt ist der Zeitpunkt. Die Förderung ist da. Die Technik ist da. Und die Einsparung wartet auf dich.
Kann ich meine alte Elektroheizung einfach abschalten und eine Wärmepumpe einbauen?
Nein. Eine Wärmepumpe braucht eine andere Heizungsanlage - sie arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen von 35 bis 45 Grad. Alte Heizkörper, die für 70 Grad ausgelegt sind, sind zu klein. Du musst entweder neue Heizkörper installieren oder eine Fußbodenheizung nachrüsten. Außerdem muss dein Stromnetz auf 3-Phasen-25 Ampere umgerüstet werden. Sonst funktioniert die Pumpe nicht richtig.
Wie lange dauert es, bis sich die Wärmepumpe amortisiert?
Bei einem gut gedämmten Haus mit modernen Heizkörpern und vollem Förderanspruch liegt die Amortisationszeit bei 5 bis 7 Jahren. In schlecht gedämmten Altbauten ohne Sanierung kann sie auf 10 bis 15 Jahre steigen. Die jährliche Ersparnis von 4.000 bis 5.000 Euro macht den Unterschied - und die Förderung verkürzt die Zeit deutlich.
Lohnt sich der Austausch auch bei einem Neubau?
Ja, und zwar besonders. In Neubauten ist die Planung einfacher - du baust die Wärmepumpe von Anfang an mit Fußbodenheizung und optimaler Dämmung ein. Die Kosten liegen dann bei 10.000 bis 12.000 Euro, und die Amortisation erfolgt in 4 bis 5 Jahren. Die meisten Energieberater empfehlen Wärmepumpen für Neubauten uneingeschränkt.
Was passiert, wenn ich die Förderung nicht rechtzeitig beantrage?
Du verlierst sie komplett. Der BAFA-Zuschuss muss vor der Bestellung der Wärmepumpe gestellt werden - nicht nach der Installation. Viele Hausbesitzer verpassen das, weil sie denken, sie hätten Zeit. Aber die Förderung wird erst nach Genehmigung ausgezahlt. Wenn du erst nach der Lieferung anträgst, bekommst du nichts.
Ist eine Wärmepumpe laut?
Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen sind so leise wie ein Kühlschrank. Die Außeneinheit macht maximal 45 Dezibel - das ist weniger als ein Gespräch in ruhiger Umgebung. Die Inneneinheit ist fast lautlos. Wenn deine Pumpe laut ist, ist sie falsch installiert oder defekt. Ein guter Installateur sorgt für schallgedämpfte Anschlüsse und eine stabile Fundamentplatte.
Brauche ich eine Photovoltaik-Anlage, damit die Wärmepumpe sinnvoll ist?
Nein, aber sie macht die Wärmepumpe noch effizienter. Wenn du PV hast, kannst du den überschüssigen Solarstrom direkt für die Heizung nutzen - und sparst so weitere 10 bis 15 Prozent Stromkosten. Viele moderne Wärmepumpen haben eine integrierte Steuerung, die den Verbrauch an die PV-Erzeugung anpasst. Das ist kein Muss, aber eine kluge Ergänzung.