Wenn du deine Wohnung oder dein Haus verkaufen oder vermieten willst, bist du nicht nur an einem fairen Preis interessiert. Du willst auch, dass deine Anzeige wirklich gesehen wird. Doch wie viel kostet das eigentlich? Und was bekommst du für dein Geld? Viele Privatleute denken, dass sie einfach ein Foto hochladen und schon tausende Interessenten anrufen. Doch die Realität ist anders. Die Kosten auf Immobilienportalen variieren stark - und nicht immer ist das teuerste Paket auch das beste.
Wie viel kostet eine Immobilienanzeige wirklich?
Die Preise für Immobilienanzeigen hängen von drei Dingen ab: Welches Portal du nutzt, ob du privat oder gewerblich verkaufst, und welches Paket du wählst. Bei Immowelt kannst du als Privatperson eine Mietanzeige sogar kostenlos schalten - aber nur als Neukunde und nur für zwei Wochen. Danach wird es automatisch teuer, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Ein vierwöchiges Inserat kostet dann zwischen 19,95 und 174,90 Euro. Warum so viel Spielraum? Weil die Preise vom geschätzten Wert deiner Immobilie abhängen. Eine kleine Wohnung in Klagenfurt kostet weniger als ein Einfamilienhaus in Wien.
Beim Verkauf ist es ähnlich: Für zwei Wochen zahlst du bei Immowelt zwischen 44,90 und 184,90 Euro, für vier Wochen zwischen 64,90 und 259,90 Euro. Das klingt nach viel - aber du bekommst auch mehr. Das teuerste Paket, Immo Power, garantiert dir drei qualifizierte Anfragen. Kein Wunder, dass viele Makler das nutzen. Doch was, wenn du nur einmalig verkaufst? Dann lohnt sich das teure Paket nicht.
ImmobilienScout24 ist da anders. Hier gibt es keine kostenlose Testphase für Privatleute. Die Basisanzeige kostet 44,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer - egal ob du eine Wohnung oder ein Haus verkaufst. Für gewerbliche Anbieter, also Makler oder Bauträger, gibt es das Immobilienwert Monatspaket-10. Für 49,90 Euro zuzüglich MwSt. kannst du zehn Objekte pro Monat schalten. Das macht bei mehreren Immobilien pro Monat deutlich günstiger als bei Immowelt.
Was bekommst du für dein Geld? Pakete im Vergleich
Es geht nicht nur um den Preis. Es geht darum, was du dafür bekommst. Immowelt hat drei klare Pakete:
- Immo Basic: Deine Anzeige erscheint auf immowelt.de, immonet.de und einigen weiteren Portalen. Du kannst Fotos, Grundrisse und sogar 360°-Rundgänge hochladen. Die Statistiken zeigen dir, wie oft deine Anzeige angeklickt wurde.
- Immo Highlight: Hier wird deine Anzeige farblich hervorgehoben und landet oben in den Suchergebnissen. Das erhöht die Sichtbarkeit deutlich - besonders wichtig, wenn du schnell einen Mieter oder Käufer brauchst.
- Immo Power: Das Premium-Paket. Neben allen Features von Highlight bekommst du drei garantierte Anfragen. Das ist kein Marketing-Gimmick. Nutzer berichten, dass diese Anfragen oft von echten Interessenten mit Finanzierungsnachweis kommen.
ImmobilienScout24 bietet weniger klar strukturierte Pakete. Hier wird mehr individuell angepasst. Das Immobilienwert 5er-Paket für 69,90 Euro ist gut für Privatleute, die mehrere Objekte gleichzeitig vermarkten wollen. Für Makler ist das Monatspaket mit zehn Objekten die Standardlösung. Die Plattform hat auch eine KI-gestützte Bewertungsfunktion, die dir einen Marktwert vorschlägt - aber das ist nicht im Basispreis enthalten.
Reichweite: Wer sieht deine Anzeige?
Reichweite ist der entscheidende Faktor. Eine teure Anzeige nützt nichts, wenn sie niemand sieht. Laut aktuellen Zahlen von 2025 hat ImmobilienScout24 mit 25 Millionen monatlichen Nutzern die klare Marktführerschaft. Immowelt kommt auf 15 Millionen. Das ist fast die Hälfte - aber immer noch eine riesige Zahl. Was bedeutet das für dich? Wenn du nur ein Objekt verkaufst, ist ImmobilienScout24 die sicherere Wahl. Die meisten Interessenten beginnen ihre Suche dort.
Doch Immowelt hat einen Trick: Mit dem Immo Basic-Paket erscheint deine Anzeige nicht nur auf ihrer eigenen Seite, sondern auch auf anderen Portalen. Das ist wie eine Multiplikation deiner Reichweite. Du zahlst einmal, aber deine Anzeige taucht auf mehreren Plattformen auf. Das macht das Paket besonders attraktiv für Privatleute, die nicht wissen, wo ihre Zielgruppe sucht.
Ein weiterer Vorteil von ImmobilienScout24: Die Plattform ist stark mit Banken vernetzt. Über 50 Institute bieten dort Direktfinanzierungsangebote an. Das bedeutet: Ein Interessent, der deine Anzeige sieht, kann direkt einen Kreditantrag stellen - ohne den Umweg über einen Makler. Das verkürzt den Verkaufsprozess erheblich.
Die versteckten Kosten: Automatische Verlängerung
Die größte Falle bei beiden Portalen ist die automatische Verlängerung. Du buchst ein Inserat für vier Wochen. Du denkst, du musst nichts mehr tun. Doch wenn du nicht 24 Stunden vor Ablauf kündigst, wird es automatisch um weitere vier Wochen verlängert - und du zahlst wieder. Das hat schon viele Privatleute teuer zu stehen gekommen. Ein Nutzer auf Reddit schreibt: „Habe versehentlich 174,90 Euro gezahlt, weil ich die Kündigungsfrist nicht beachtet habe.“
Das ist kein Einzelfall. Seit Januar 2025 gilt in der EU eine neue Regelung: Alle digitalen Dienstleistungen müssen transparente Kündigungsbedingungen haben. Beide Portale haben ihre AGB aktualisiert - aber die Kündigungsfrist bleibt knapp. Du musst aktiv werden. Setze dir einen Kalendereintrag. Oder nutze den Erinnerungsservice, den Immowelt anbietet. Vergiss nicht: Ein Inserat, das zu lange läuft, kostet Geld und vermittelt den Eindruck, dass deine Immobilie nicht verkauft werden kann.
Zeitaufwand: Wie viel Arbeit steckt dahinter?
Einige denken, eine gute Anzeige ist schnell gemacht. Falsch. Eine vollständige Anzeige mit Fotos, Grundriss, Beschreibung, 360°-Rundgang und Video braucht Zeit. Unerfahrene Nutzer brauchen durchschnittlich 90 Minuten. Erfahrene Makler schaffen es in 45 Minuten. Warum so viel? Weil die Qualität der Anzeige den Erfolg bestimmt. Eine schlechte Fotografie, ein unklarer Text oder ein verpixelter Grundriss schrecken Interessenten ab.
ImmobilienScout24 hat eine benutzerfreundlichere Oberfläche. Die Anleitung ist klarer, die Schritte logischer. Immowelt bietet mehr Features - aber sie sind versteckter. Wer 360°-Rundgänge nutzen will, muss sich erst in die Technik einarbeiten. Die Videos und FAQs helfen, aber es ist kein Kinderspiel. Wenn du keine Zeit hast, solltest du über einen Makler nachdenken. Die Kosten für eine professionelle Anzeige liegen zwischen 200 und 500 Euro - aber du sparst Stunden und vermeidest Fehler.
Was ist für dich das richtige Paket?
Wenn du privat verkaufst und nur ein Objekt hast: Starte mit Immowelt. Nutze die kostenlose Zwei-Wochen-Testphase. Wenn du nach zwei Wochen noch keine Anfragen hast, schalte das Immo Highlight-Paket. Es ist günstiger als ImmobilienScout24 und bringt mehr Sichtbarkeit als die Basisanzeige.
Wenn du mehrere Objekte hast - oder ein Makler bist - dann ist ImmobilienScout24 die bessere Wahl. Das Monatspaket für zehn Objekte ist kosteneffizient. Die Reichweite ist größer, die Integration mit Banken ist ein echter Vorteil. Die Preise sind zwar nicht transparenter, aber die langfristige Rechnung geht auf.
Wenn du ein gehobenes Objekt verkaufst - eine Luxuswohnung, ein historisches Anwesen - dann lohnt sich das Immo Power-Paket. Die garantierten Anfragen und die bessere Platzierung machen den Unterschied. Hier zahlt man nicht für eine Anzeige, sondern für eine Verkaufschance.
Was ändert sich 2026?
Experten prognostizieren für 2026 eine Preiserhöhung von 3 bis 5 Prozent. Das liegt an den steigenden Immobilienpreisen. Wenn deine Wohnung jetzt 400.000 Euro wert ist, wird sie nächstes Jahr vielleicht 416.000 Euro wert sein. Die Portale passen ihre Preisklassen an. Du wirst also nicht nur mehr für deine Anzeige zahlen, sondern auch in eine höhere Preisklasse geraten - und damit automatisch teurer.
Die Technik wird sich weiterentwickeln. KI-gestützte Preisempfehlungen, 3D-Visualisierungen, virtuelle Besichtigungen - das wird Standard. Wer das nicht nutzt, bleibt hinterher. Die großen Portale investieren stark in diese Funktionen. Kleine Anbieter können nicht mithalten. Der Markt wird weiter konsolidieren. In zwei Jahren wird es wahrscheinlich nur noch zwei starke Player geben: ImmobilienScout24 und Immowelt.
Die gute Nachricht: Du hast die Wahl. Du musst nicht das teuerste Paket nehmen. Du musst nicht alle Features nutzen. Du musst nur wissen, was du brauchst. Eine klare Anzeige, gute Fotos, und die richtige Plattform - das ist der Schlüssel. Alles andere ist Marketing.
Wie viel kostet eine Immobilienanzeige auf Immowelt?
Bei Immowelt variieren die Kosten je nach Art der Anzeige und dem gewählten Paket. Für Mietanzeigen zahlen private Nutzer zwischen 0 und 174,90 Euro für vier Wochen, abhängig vom Immobilienwert. Für den Verkauf liegen die Preise zwischen 44,90 und 259,90 Euro für zwei oder vier Wochen. Neukunden erhalten oft eine kostenlose Zwei-Wochen-Testphase. Das teuerste Paket, Immo Power, garantiert drei qualifizierte Anfragen.
Ist ImmobilienScout24 teurer als Immowelt?
Für Privatleute mit einem einzigen Objekt ist Immowelt oft günstiger, besonders mit der kostenlosen Testphase. Für gewerbliche Anbieter, die mehrere Immobilien vermarkten, ist ImmobilienScout24 mit dem Monatspaket für zehn Objekte (49,90 Euro zuzüglich MwSt.) kostengünstiger. Die Basisanzeige bei ImmobilienScout24 kostet 44,90 Euro - ohne Testphase - und ist für alle Objekte gleich.
Warum wird meine Anzeige automatisch verlängert?
Beide Portale verlängern Anzeigen automatisch, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Bei Immowelt musst du mindestens 24 Stunden vor Ablauf der Laufzeit kündigen, bei ImmobilienScout24 sind es 14 Tage. Das ist ein vertraglicher Standard, der seit 2025 durch die EU-Verbraucherrechterichtlinie transparenter gestaltet wurde. Du musst selbst aktiv werden - sonst zahlt du weiter.
Welches Portal hat die größte Reichweite?
ImmobilienScout24 hat mit etwa 25 Millionen monatlichen Nutzern die größte Reichweite in Deutschland. Immowelt kommt auf 15 Millionen. Allerdings verbreitet Immowelt Anzeigen über mehrere Partnerportale, was die tatsächliche Sichtbarkeit erhöht. Für den Verkauf ist ImmobilienScout24 die erste Wahl, wenn du maximale Reichweite brauchst.
Brauche ich 360-Grad-Fotos für eine erfolgreiche Anzeige?
Nein, aber sie erhöhen die Chancen. Anzeigen mit hochwertigen Fotos, klarem Grundriss und einem 360°-Rundgang erhalten deutlich mehr Klicks. Einige Nutzer berichten, dass solche Anzeigen bis zu 40 % mehr Anfragen generieren. Der Aufwand ist höher - aber für ein gehobenes Objekt lohnt sich das. Für eine einfache Wohnung reichen 5-8 gute Fotos aus.
Wie kann ich Kosten bei Immobilienanzeigen sparen?
Nutze die kostenlose Testphase bei Immowelt, wenn du privat verkaufst. Wähle nur die Features, die du wirklich brauchst - kein 360°-Rundgang, wenn du keine Zeit hast, ihn zu erstellen. Kündige rechtzeitig, um automatische Verlängerungen zu vermeiden. Und vergiss nicht: Eine klare Beschreibung und gute Fotos sind kostenlos - und oft effektiver als teure Extras.