Das Sonderkündigungsrecht, ein rechtliches Instrument, das es einer Partei erlaubt, einen Vertrag außerhalb der regulären Kündigungsfrist zu beenden, ohne dass ein Schadensersatz fällig wird. Auch bekannt als außerordentliche Kündigung, tritt es ein, wenn der Vertragspartner schwerwiegend gegen seine Pflichten verstößt – etwa bei mangelhafter Ausführung, gefährlicher Bausubstanz oder unzumutbarem Lärm im Mietverhältnis. Es ist kein allgemeines Rücktrittsrecht, sondern eine Notbremse – und nur dann wirksam, wenn die Voraussetzungen klar erfüllt sind.
Ein Mietvertrag, ein rechtlich bindendes Abkommen zwischen Vermieter und Mieter, das Wohnraum gegen Miete zur Verfügung stellt. Auch bekannt als Wohnraumvertrag, kann gekündigt werden, wenn der Vermieter die Pflicht zur Instandhaltung ignoriert – etwa bei aufsteigender Feuchtigkeit, Schimmelbildung oder defekter Heizung, die über Monate nicht behoben wird. Auch wenn der Vermieter ohne Genehmigung die Fassade verändert, etwa bei einem denkmalgeschützten Haus, greift das Sonderkündigungsrecht. Bei Bauverträgen ist es ähnlich: Wenn der Handwerker mit Sperrholz statt Gipskarton arbeitet, den Brandschutz ignoriert oder die vereinbarte Qualität nicht einhält, haben Sie ein Recht, sofort abzusagen – ohne Abrechnung oder Strafe. Der Schlüssel ist: Der Verstoß muss schwerwiegend sein und nicht nur eine Kleinigkeit.
Das Bauvertrag, ein Vertrag zur Ausführung von Bau- oder Renovierungsarbeiten mit festgelegten Leistungen, Terminen und Preisen. Auch bekannt als Handwerksvertrag, ist besonders anfällig für Missverständnisse. Viele Kunden denken, sie könnten einfach kündigen, wenn die Arbeit länger dauert – das reicht nicht. Aber wenn der Handwerker die DIN-Normen für Dampfsperren im Bad ignoriert, die Fassade ohne Genehmigung sanieren oder den Estrich so verlegt, dass er bricht, dann ist das kein Fehler – das ist ein Vertragsbruch. In solchen Fällen haben Sie nicht nur das Recht, den Vertrag zu beenden, sondern können auch Schadensersatz verlangen. Und wer weiß: Vielleicht haben Sie sogar Anspruch auf Fördermittel, wenn die Sanierung nachträglich korrigiert wird – etwa über die KfW, wenn es um Energieeffizienz geht.
Was viele nicht wissen: Das Sonderkündigungsrecht gilt auch bei unsachgemäßer Werkzeugwartung, wenn ein Elektriker mit abgenutzten Geräten arbeitet und dadurch ein Brandrisiko entsteht. Oder wenn ein Handwerker die Ruhezeiten nach dem Nachbarrecht missachtet und an Sonntagen mit Bohrmaschinen arbeitet – das kann ein Grund sein, den Vertrag zu kündigen, auch wenn die Arbeit sonst gut war. Es geht nicht um Perfektion, sondern um Rechtswidrigkeit.
In der Sammlung unten finden Sie konkrete Fälle, in denen Menschen erfolgreich ihr Sonderkündigungsrecht geltend gemacht haben – von fehlerhaften Estrichsystemen über ungenehmigte Denkmalsanierungen bis hin zu unsicheren Treppenhandläufen. Jeder Artikel zeigt, was genau den Ausschlag gab, welche Unterlagen nötig waren und wie Sie die Schritte selbst durchführen können. Keine Theorie. Nur das, was funktioniert.
Vermieten Sie eine Einliegerwohnung in Deutschland? Erfahren Sie, wie das Sonderkündigungsrecht funktioniert, welche Steuervorteile Sie nutzen können und warum die Mindestmiete ab 2024 auf 75 Prozent steigt. Praxisnahe Tipps für mehr Sicherheit und Rendite.
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