Zementestrich: Was er ist, warum er wichtig ist und was Sie wissen müssen

Ein Zementestrich, ein tragfähiger, mineralischer Bodenaufbau aus Zement, Sand und Wasser, der als Unterlage für Fliesen, Laminat oder Parkett dient. Auch als Zementmörtel-Estrich bekannt, ist er der am häufigsten verwendete Estrich in Deutschland – besonders in Altbauten, Sanierungen und bei Feuchträumen wie Bädern oder Kellern. Er ist nicht nur stabil, sondern auch feuchtigkeitsbeständig, was ihn zur ersten Wahl macht, wenn es um Dauerhaftigkeit geht. Im Gegensatz zu Gipsestrich, der schnell trocknet, aber empfindlich gegen Feuchtigkeit ist, hält Zementestrich auch bei hoher Luftfeuchtigkeit oder direktem Kontakt mit Wasser – etwa bei undichten Leitungen oder aufsteigender Feuchtigkeit – stand.

Warum ist das wichtig? Weil viele Sanierungen scheitern, weil der Untergrund nicht passt. Wenn Sie einen neuen Boden verlegen, aber der Estrich darunter nicht tragfähig oder feuchtigkeitsempfindlich ist, wird Ihr neuer Bodenbelag nach kurzer Zeit aufquellen, sich wellen oder Schimmelbildung entstehen. Zementestrich verhindert das – vorausgesetzt, er wurde richtig verlegt. Das bedeutet: ausreichende Trockenzeit (mindestens 28 Tage), richtige Mischung, und eine ebene Unterlage. Wer hier spart, zahlt später doppelt – in Reparaturen, in verlorenem Zeit und in Stress. In den meisten unserer Beiträge zu Feuchtigkeitsschutz, Badrenovierung oder Denkmalsanierung taucht Zementestrich als Grundlage auf – weil er der unsichtbare Halt ist, auf dem alles andere steht.

Er ist auch die Basis für viele Förderprogramme. Wenn Sie Ihre Immobilie energetisch sanieren und einen neuen Boden einbauen, prüfen Gutachter oft, ob der Estrich die nötige Wärmedämmung unterstützt. Zementestrich kann mit Dämmschichten kombiniert werden – etwa mit Polystyrol oder Mineralwolle – und so Teil eines energieeffizienten Gesamtsystems werden. Auch bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden kommt er zum Einsatz, weil er sich gut mit traditionellen Baustoffen wie Lehmputz oder Kalkfarben verträgt. Er ist kein Trend, sondern eine bewährte Lösung – und das seit über 100 Jahren.

Was viele nicht wissen: Zementestrich ist nicht gleich Zementestrich. Es gibt schwere und leichte Varianten, mit oder ohne Zusatzstoffe, mit oder ohne Bewehrung. In Altbauten mit schwachen Decken wird oft ein leichter Estrich verwendet, um das Gewicht zu reduzieren. In Neubauten oder bei Fußbodenheizungen ist ein dichter, fester Zementestrich Pflicht – sonst entstehen Risse, die sich später in den Fliesen zeigen. Und genau hier liegen die häufigsten Fehler: zu schnelles Begehen, falsche Mischverhältnisse, oder das Ignorieren der Trockenzeit. Das sind die Themen, die in den Artikeln unten behandelt werden – von der richtigen Vorbereitung bis zur langfristigen Pflege.

Wenn Sie gerade sanieren, renovieren oder einfach verstehen wollen, warum Ihr Boden so ist, wie er ist – dann sind Sie hier richtig. Die folgenden Beiträge zeigen, wie Zementestrich mit anderen Bauteilen wie Dampfsperren, Feuchtigkeitsschutz und Wärmedämmung zusammenarbeitet. Sie lernen, wann er notwendig ist, wann er überflüssig ist, und wie Sie ihn richtig prüfen – ohne Fachmann.