Anhydritestrich: Was Sie über den Belag für Fußbodenheizungen und Sanierungen wissen müssen

Ein Anhydritestrich, ein schnell trocknender, calciumsulfatbasierter Estrich, der besonders gut für Fußbodenheizungen geeignet ist. Auch als Calciumsulfatestrich bekannt, wird er heute in über 70 % aller Neubauten und Sanierungen in Deutschland verwendet – nicht weil er billiger ist, sondern weil er einfach besser funktioniert. Im Gegensatz zu Zementestrich, der Wochen zum Trocknen braucht, trocknet Anhydritestrich in nur 3 bis 5 Tagen. Das spart Zeit, Geld und verhindert Baustellenverzögerungen – besonders wichtig, wenn Sie eine Fußbodenheizung einbauen.

Denn genau das ist sein großer Vorteil: Anhydritestrich leitet Wärme deutlich besser als herkömmliche Estriche. Er ist ideal für Flächenheizungen, weil er die Wärme gleichmäßig verteilt und die Heizung nicht ständig an- und abschalten muss. Das senkt den Energieverbrauch und macht Heizkosten berechenbar. Wer eine Wärmepumpe plant, sollte Anhydritestrich nicht ignorieren – er ist fast schon die Standardvoraussetzung, um die Effizienz der Pumpe wirklich auszuschöpfen. Außerdem ist er leichter als Zementestrich, was bei Sanierungen in Altbauten oft entscheidend ist, weil die Deckenlast begrenzt ist. Und er rissfrei? Fast immer – wenn er richtig verlegt wird.

Wichtig ist aber: Anhydritestrich verträgt keine hohe Luftfeuchtigkeit. Das heißt, er darf nicht in Bädern, Waschküchen oder Kellern verwendet werden, wo ständig Wasser im Spiel ist. Hier braucht man Zementestrich oder spezielle Feuchtraum-Estriche. Auch bei sehr kalten Temperaturen unter 5 °C sollte man ihn nicht verlegen – er braucht eine gewisse Wärme, um richtig zu reagieren. Aber in Wohnräumen, Wohnzimmern, Schlafzimmern oder Fluren? Da ist er unschlagbar. Und wenn Sie eine Sanierung planen, wo der alte Estrich abgebrochen wurde, ist Anhydritestrich oft die einfachste Lösung: er lässt sich maschinell verlegen, ist glatt wie eine Tischplatte und nimmt Fliesen, Laminat oder Parkett ohne Probleme auf.

Was viele nicht wissen: Anhydritestrich kann auch als Trockenestrich eingesetzt werden – also ohne Wasser, nur mit Platten und einem trockenen Bindemittel. Das ist besonders praktisch, wenn Sie nur eine kleine Fläche sanieren oder schnell arbeiten müssen. Und er ist umweltfreundlich: Sein Rohstoff, Calciumsulfat, ist ein Nebenprodukt der Industrie, das sonst als Abfall anfiel. So wird Abfall in einen wertvollen Baustoff verwandelt.

In den folgenden Artikeln finden Sie konkrete Lösungen, die direkt mit Anhydritestrich zusammenhängen: Wie Sie ihn richtig verlegen, wann er nicht passt, wie er sich mit Fußbodenheizungen verträgt, und warum er oft die einzige vernünftige Wahl ist – besonders wenn Sie sparen wollen, ohne auf Qualität zu verzichten.